Die Brille – Ein Auslaufmodell

Brille1Egal was uns an der Börse notierte Gesellschaften auch sagen mögen: Die Brille wird von den wenigsten gerne getragen. Abgesehen von ihrer Funktion als ästhetisches Accessoire oder eben als Sonnenbrille stellt sie doch immer eine Art Fremdkörper dar, der von vielen einfach nur gehasst und verachtet wird. Mir ist das zum ersten Mal bei einem Trip durch Asien aufgefallen, als sich immer wieder Leute darüber beschwerten, dass Brillen ihnen so auf die dort verbreitete flache Nase drückten. Und so hab ich mal ein bißchen herumgefragt und schon bald war klar: Brillen mögen vielleicht früher mal für Klugheit gestanden haben, eben weil die Träger in der Regel schon im Kindesalter gehänselt wurden und sich darauf hin nicht selten hinter die Bücher zurückzogen und Wissen anhäuften, heute jedoch stehen sie eher für Leute, denen sonst nicht viel einfällt. Wir leben in einer Welt der Optionen und das Tragen der Brille ist keine Notwendigkeit mehr! Wenn ich mir zum Beispiel meine Augen operieren lasse, kann ich danach entscheiden, ob ich Lust auf eine Brille habe oder nicht. Ich kann meinen Style danach ausrichten, mich aber auch ganz anders präsentierten, wenn ich das möchte! Was gibt es denn schöneres als selbst über das eigene Aussehen zu bestimmen? Selbst die älteren Semester lassen sich heute immer häufiger die Augen lasern, wenn auch aus anderen Gründen als die jungen Leute, aber sie alle sind froh, nicht mehr ein Gestell auf der Nase zu haben, das oft genug einfach nur nervt! Damals, vor vielen hundert Jahren, als die Brille erfunden wurde, der war sie zugleich auch ein Segen, denn all die blinden Hühner konnten plötzlich mittels der geschliffenen Gläser wieder sehen und der Siegeszug des Nasenfahrrads begann. Heute jedoch ist das keine Option mehr: Eine Operation erbingt in Minutenschnelle schärfstes Sehen und man braucht sich nicht mehr über angelaufene Gläser im Winter (oder in Südasien auch im Sommer, wenn man zum Beispiel aus einem klimatisierten Kaufhaus in die schwülste Hitze tritt) ärgern. Da half dann nur geduldiges Abnehmen und Putzen und gerne tauchen würde, musste sich mit umständlichsten Apparturen helfen. Ich respektiere jede Entscheidung für oder gegen eine Brille, halte aber viele Begründungen einfach nur für Ausflüchte. Als Vorläufer künftiger Cyborg-Elemente hat sie langsam ausgedient und wenn sich Menschen heute mit Absicht Prothesen einpflanzen lassen, um schneller laufen zu können, so wird auch diese Entwicklung vielleicht in ferner Zukunft wieder abklingen, wenn man den Körper als Ganzes dahingehend verbessern kann. Und das sollten wir tun, denn wieviel Zeit geht doch mit dem Putzen der Brille verloren! Wie oft muss man zum Optiker und sich über ein neues Modell einig werden – wenn man es am liebsten vermeiden würde! Große Unternehmen, die von Brillen leben, glauben immer noch, sie könnten die Leute für dumm verkaufen und ihnen die Brille als wichtigen und wunderschönen Aspekt verkaufen. Ich finde, das man sie nur tragen sollte, wenn man das auch will und nicht, weil die Augen schwach sind oder weil andere das gar für schön erachten! Was uns die Technik ermöglicht, das sollten wir nutzen, nur dadurch wird das Leben angenehmer und entspannter.Brille2

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